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Datum: 01.04.2021

Ein Dinosaurier-Schwanzwirbel führt Forschende auf die richtige Spur Pal?ontologen der Universit?ten Bonn und Mahasarakham (Thailand) ordnen einen ungew?hnlichen Fund neu ein

Wissenschaftler der Mahasarakham-Universit?t (Thailand) und der Universit?t Bonn haben neu entdeckte Schwanzwirbel eines spinosauriden Dinosauriers untersucht, der zu Siamosaurus suteethorni geh?ren k?nnte. Der Vergleich mit Funden auf der ganzen Welt führte zur Erkenntnis, dass der spanische Camarillosaurus auch ein Spinosaurier ist und dass oft mehrere Arten dieser riesigen Raubtiere die gleiche Gegend bewohnt haben. Die Ergebnisse sind bereits online im Journal Historical Biology ver?ffentlicht, nun ist eine aktualisierte Fassung erschienen.

Spinosaurier (Familie Spinosauridae) sind gro?e bis riesige fleischfressende Dinosaurier, die sp?testens seit dem dritten Film aus der Jurassic Park-Serie einem breiten Publikum vertraut sind und oft gr??er als Tyrannosaurus rex waren. Sie habe einen langen krokodilartigen Sch?del und kegelf?rmige Z?hne, die auch an Krokodile erinnern. Die Tiere haben sich vermutlich von gro?en Fischen aber auch anderen Dinosauriern ern?hrt. Spinosaurier kamen fast auf der ganzen Welt vor, und so wurden vor einiger Zeit auch in Thailand Z?hne gefunden, die den Namen Siamosaurus suteethorni bekamen. Z?hne sind allerdings kaum zur Artbestimmung geeignet und so wurde seitdem oft die Gültigkeit dieser Spinosaurier-Art in Frage gestellt, da Reste des Skelettes nie entdeckt wurden.

Nun berichtet das internationale Team von einem Dinosaurierschwanz, der zu den Spinosauriern geh?rt. Dieser Schwanz stammt von einem “nur” etwa vier bis fünf Meter langen Tier und k?nnte zu Siamosaurus oder einem anderen Spinosaurier geh?ren. Dieser Fund best?tigt, dass Spinosaurier am Phu Wiang-Berg (Provinz Khon Kaen, Nordost-Thailand) lebten und die Siamosaurus benannten Z?hne tats?chlich von Spinosauriern stammen.

"Als ich Doktorand an der Universit?t Bonn war, fand ich ein Schwanzstück aus acht Wirbeln, das unbeachtet in einer Schublade im Sirindhorn-Musuem in Thailand lag“, sagt Dr. Adun Samathi, Leiter des Projekts. Der Wirbel sieht dem von Camarillasaurus aus Spanien ?hnlich. Camarillasaurus wurde ursprünglich den sogenannten Ceratosauriern zugeordnet, zu der auch Ceratosaurus und Carnotaurus geh?ren. "Aber diese Zuordnung von Camarillasaurus war problematisch, weil seine Morphologie den Spinosauriden, einschlie?lich des thail?ndischen Materials, ?hnlicher ist als den Ceratosauriern“, sagt Samathi. Deshalb wurde Camarillasaurus neu untersucht, um den thail?ndischen Dinosaurier besser zu verstehen.

Die Dinge wurden klarer, als Prof. Martin Sander von der Universit?t Bonn, der Samathis Doktorarbeit betreute, nach Thailand reiste und das thail?ndische Material sichtete. Sander erkannte, dass andere Theropoden-Schwanzwirbel von der gleichen Fundstelle dem berühmten Baryonyx ?hneln. Bei Letzterem handelt es sich um einen Spinosaurier, der in Europa zuerst in England und sp?ter in Portugal gefunden wurde. Da wurde dem Team klar, dass sie auf der richtigen Spur waren.

Nach der Untersuchung von Dinosaurier-Fundstücken, die in verschiedenen Museen in den USA, Italien, Deutschland, Portugal und Japan aufbewahrt werden, fand das Team heraus, dass Camarillasaurus tats?chlich zu den Spinosauriern geh?rt. Die neuen Schwanzwirbel aus Thailand best?tigen so nicht nur die Anwesenheit von Spinosauriern am Phu Wiang-Berg, sondern führten zu einer weiteren Erkenntnis: Anscheinend kam h?ufiger mehr als eine Art dieser gewaltigen Raubtiere zusammen vor, da auf der iberischen Halbinsel mit Camarillasaurus und Baryonyx zwei Spinosaurier belegt sind, ebenso ist dieses Muster aus Brasilien und Marokko bekannt. Und auch in Südostasien hat neben Siamisaurus mit Ichthyovenator aus Laos ein weiterer Spinosaurier gelebt oder sogar drei Arten, wenn der neue Spinosaurierschwanz nicht zu Siamosaurus geh?ren sollte. Angesichts der Vielzahl an Beutegreifern eine wenige ermutigende Vorstellung für einen Zeitreisenden. Das Team hofft aber, in Zukunft weitere Fossilien zu finden, die diese Fragen kl?ren.

Publikation: Adun Samathi, P. Martin Sander, and Phornphen Chanthasit: A spinosaurid from Thailand (Sao Khua Formation, Early Cretaceous) and a reassessment of Camarillasaurus cirugedae from the Early Cretaceous of Spain, Historical Biology, https://doi.org/10.1080/08912963.2021.1874372

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Prof. Dr. Martin Sander
Institut für Geowissenschaften
Universit?t Bonn
Tel. +49-(0)228/733105
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

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